gotv

December 27th, 2007

Wenn es etwas gibt, das sich im österreichischen Fernsehprogramm wunderbar von der üblichen Scheisse abhebt, ist das der Musiksender gotv. Mal ein kurzer Vergleich aus der Hüfte mit den Branchengrößen Viva und MTV:

  • Keine nervige Klingeltonwerbung
  • Sehr wenig Werbung überhaupt
  • Keine VJ’s. Es werden nur Videos gespielt oder von Bands / Künstlern Clips ausgewählt und ganz kurz präsentiert
  • Nur Videoclips. Keine Dokus, musikfremde Themen, Lifestyle oder sonstiger Schrott. Pure Musik!
  • Zu 99 % gute Musik, aus fast allen Sparten, vorwiegend aber Indie und Alternative
  • Es gibt sogar einen Heavy Metal Abend!

Ja, sowas würde ich mir auch für Deutschland wünschen.

Es tut mir auch leid, dass ich erst jetzt wieder schreibe. Aber ich musste sogar eine Woche Urlaub nehmen, um das Projekt für die Universität zu bearbeiten, weil es sonst zeitlich zu eng geworden wäre. Ich hatte überhaupt keine freie Zeit.

Jetzt sitze ich gerade auf der Arbeit und langweile mich etwas. Also ideal. Da bei mir ja auch der Wohlstand mittlerweile angekommen ist, war ich die Tage mit Teresa auch mal essen. Zum Einen in einem American Dinner. War ganz nett, aber nicht wirklich der Rede wert. Interessanter war da schon die Biobar, nahe der Freiung neben dem Judendenkmal. Vegetarisches/veganes Essen, was sehr lecker war und das sogar zu halbwegs akzeptablen Preisen.

Weihnachten habe ich gut überstanden. Etwas viel gefressen, aber das ist zu verkraften. Die Feierlichkeit im Kreise von Teresas Familie war äußerst nett, das sonstige Rahmenprogramm etwas einschläfernd, aber an Feiertagen ist das ja Usus. Eine Kleinigkeit vorneweg: Die für diesen Monat üblichen Rückblicke erspare ich mir und meiner kleinen Schar an Lesern, auch ein Fazit für meine Zeit in Wien werde ich nicht ziehen, da unnötig - habe ich gerade spontan beschlossen.

Alle weiteren Ideen für diesen Eintrag sind mir zu diesem Zeitpunkt wieder mal entfallen. Vielleicht reiche ich die noch nach. Vielleicht auch nicht.

Mobilfunk #2

December 13th, 2007

Ich habe ja schon einmal auf die beneidenswert günstigen Preise im Mobilfunk in Österreich aufmerksam gemacht und damals auch ein paar mehr oder weniger lustige Spots meiner neuen Stilikone Günta! und den Plaudertaschen vorgestellt.

Die Plaudertaschen gibt es nun auch in einer Weihnachtsversion, die ich niemandem vorenthalten möchte, ich find’ das ist eine der besten Werbekampagnen die je produziert wurden!

Kotwort: Gackerl

December 13th, 2007

Wien ist eine schöne Stadt. Sehr schön sogar. Trotzdem darf man nicht aus den Augen verlieren, dass eben nicht alles Gold ist was glänzt. Eines der Probleme, die Wien plagen, ist der Hundekot.

Man könnte natürlich meinen, dass Hundekot an für sich kein großes Problem ist. In einer Stadt in den Dimensionen Wiens, in der es nach Schätzungen bis zu 150 000 Hunde gibt, werden eben aber auch bis zu 10 Tonnen täglich (!) an Exkrementen produziert. Um dem Problem der “Hundstrümmerl” oder eben “Gackerl” Herr zu werden, entstehen seit Jahren immer wieder neue Initiativen. Die Neueste in einer langen Reihe von Kampagnen, die Herrl und Frauerl erziehen sollen, kommt ja ganz schnuffig daher:

Gackerl

Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch um Verzeihung für das schlechte Wortspiel im Titel bitten.

Nunja, um zum eigentlichen Kern des Beitrags zu kommen: Heute morgen habe ich wirklich herrlich gelacht, denn die Grünen (die frappierende Ähnlichkeit zu den deutschen Grünen haben - welch Zufall), haben mit einer dreisten Aktion das “Gackerl”-Plakat zweckentfremdet. Der Hund hält nun eine Österreichische Flagge im Maul und die Beschriftung änderte sich in: “Nimm dein Flaggerl für dein Gackerl”. Dazu kommt zusätzlich, dass ein Plakat angebracht wurde, dass dieses Bild und folgenden Spruch zeigt: “Wer Österreich liebt, muss Scheisse sein!”.

Ob diese Aktion nun den Grünen, den jungen Grünen oder der Grünalternativen Jugend - die wohl wenig bis nichts mit der richtigen Partei zu tun hat und sehr links ist - zuzuschreiben ist, ist bis jetzt noch etwas unklar.

Something is rotten in the state of Austria.

Nikolo und Krampus

December 11th, 2007

Servas ihr Sauproleten!

Auf Grund höherer Gewalt kam ich bisher nicht dazu einen neuen Eintrag zu verfassen. Dabei gab es ja mehr oder weniger aktuelle Themen.

Die besten Nachrichten vorweg:
- Ich habe einen Adventskalender von Teresa bekommen!!!
- Ich habe schon fast alle Weihnachtsgeschenke besorgt!
- Das Projekt läuft ganz gut soweit.

Die schlechten Nachrichten:
- Ich durfte mir nochmal das AKH (Allgemeines Krankenhaus) von innen ansehen. Ist zum Glück nichts ernstes gewesen.
- Auf meine These hin, dass ich im Hause Feucht enorm gemästet werde, wurde mir offenbart, dass ich nicht als Gast zum Weihnachtsessen eingeladen bin - sondern als Hauptgang.

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag aber mit der Intention verfassen, mal wieder etwas Nachhilfe zu erteilen. Ich habe eine sehr interessante Entdeckung gemacht und zwar jene, dass in Österreich nicht nur am 6. Dezember der Nikolo kommt (Nikolaus von Myra, wie in Deutschland), sondern auch am 5. Dezember der Tag des Krampus ist. Eine Tradition, die mir gänzlich unbekannt war, hier in Österreich aber wohl sehr verankert und traditionell.

Der Krampus ist eine teufelsähnliche Gestalt, die immer zu mehreren mit dem Nikolaus erscheint und die Funktion des Knecht Ruprechts übernimmt. Interessanterweise wäre die Tradition fast ausgestorben, da das Verkleiden in teufelsähnlicher Gestalt eine Zeit lang mit Todesstrafe geahndet wurde, hat sich aber dennoch über die Jahrhunderte in die Neuzeit gerettet. Weiterführende Informationen aber unter oben genanntem Wikipedia Link.

Ebenfalls bemerkenswert ist das Erscheinungsbild des Nikolos. Während wir in Deutschland einen Nikolaus mit roter Zipfelmütze kennen, den die “Heute”-Zeitung als amerikanisiert verunglimpft, trägt die österreichische Version eine Mitra. Deutlich wird das vor allem im Supermarkt, denn auch die Schoko-Weihnachtsmänner schauen in Österreich anders aus.

Im Supermarkt bemerkte ich im Übrigen zum ersten Mal diesen Unterschied. Dort werden nämlich auch Schoko-Krampusse verkauft und ich musste erstmal nachfragen, wieso hier Teufel aus Schokolade verkauft werden. Unvergesslich der ungläubige Blick von Teresa, die mir mit einer Selbstverständlichkeit in der Stimme die hiesigen Traditionen erklärte, gefolgt von dem mittlerweile ach so gewohnten “habt ihr das nicht in Deutschland?”.

Nein, haben wir nicht. Wir haben ja auch nur “amerikanisierte” Nikoläuse, wie die “Heute”-Zeitung ja am 28. November schrieb. Der ganze Artikel ging ungefähr so:

DIE DEUTSCHEN KAUFEN UNS DIE WEIHNACHTSMÄNNER WEG!!!


[...] Da in Deutschland nur die amerikanisierte Version des Nikolaus mit roter Mütze verkauft wird, strömen Deutsche aus Bayern in Heerscharen in unsere Supermärkte, um die traditionelle Version mit der Mitra zu kaufen. Demzufolge sind an vielen Orten die Schoko Weihnachtsmänner ausverkauft.

Man beachte die vertraute Piefke-Phobie, an den Ton gewöhnt man sich jedoch nach einiger Zeit. Bilder vom Weihnachtsmann, den mir Teresa geschenkt hat, folgen demnächst.

Auf einem Konzert waren wir auch noch - Die Ärzte. Teresa hat die Karten schon vor Monaten mit dem Wunsch, dass ich sie begleite, gekauft. Gut, da ich nichts gegen die Band hatte und die ja auch ganz lustig sein können, bin ich also mit. Das Konzert war in der Stadthalle, Fassungsvermögen: mehrere Tausend. Die Schlangen vor dem Eingang waren riesig, aber der Einlass gut durchorganisiert und so ging es geordnet (in Maßstäben der anwesenden Punks sicher fast schon faschistisch) und schnell voran. Körperkontrolle wie auf einem Festival, man gönnt sich ja sonst keine Nähe. Die Preise allerdings waren unverschämt. Ich dürfte für drei Becher Wasser so um die 15€ gezahlt haben - wer die Band und ihre Einstellung kennt, kann sich auch denken, dass hier der Veranstalter ordentlich die Hand aufgehalten hat. Teresas Bruder und eine Freundin von ihr sind ebenfalls mit uns auf das Konzert gegangen.

Bela, Farin und Rod haben dann erstmal eine Vorband auf die Bühne geschickt, die routinierten 50er Jahre Funk zelebrierte und ganz nett anzuhören war. Es zeichnete sich aber dort schon ab, dass das Konzert hoffnungslos überfüllt sein würde. Nachdem ich sowieso nichts mehr gesehen habe, war ich die erste halbe Stunde damit beschäftigt, niemanden auf meinen Füßen stehen zu haben. Körperkontakt ließ sich bei diesem Gedränge eh nicht vermeiden. Wer mich etwas kennt, weiss, dass diese Art von Konzertgenuss bei mir verhasst ist und demzufolge verging mir auch ziemlich schnell die Lust. Da wir aber wegen Teresa dort waren, ertrug ich es stillschweigend und mit eisiger Miene, während das asoziale Partyvolk um mich herum noch enger zusammen rückte.

Nach einer Weile sind wir dann doch noch aus dem Pulk raus und schauten uns das Konzert aus sicherer Entfernung an. Teresa ging später nochmal vor, um ein paar Minuten mit ihrem Bruder zu feiern. Was ich nicht wusste - sonst wäre ich mitgekommen und hätte der ganzen Geschichte noch einmal eine Chance gegeben - war, dass die ganzen bekackten Kinder mittlerweile von ihrer ersten halben Stunde Gas geben zusammengebrochen sind und sich die vorderen Reihen enorm lichteten. Es war also soviel Platz da, wie schon am Anfang hätte da sein sollen.

Wie gesagt, die Band war nett (Spielzeit der Ärzte: drei Stunden!), Sound war gut, Location und Publikum beschissen. Da ein Konzerterlebnis aber bis zu einem gewissen Grad leider auch von den restlichen Zuschauern abhängig ist, bin ich nicht enttäuscht, aber auch nicht glücklich nach Hause gegangen. Mir tat es nur leid für Teresa, der ich einen besseren Abend gewünscht hätte.

In diesem Sinne,
hosts mi? (verstehst/kannst du mir folgen?)

Randsportarten

November 28th, 2007

Das Nette an Randsportarten ist, dass die unscheinbarsten Typen wahre Meister ihrer Kunst sein können. Weltmeister im Fußball oder Tennis erkennt man ob ihres Bekanntheitsgrades, aber wohl jeder von uns würde, ohne es zu merken, am besten Dartspieler aller Zeiten, Phil Taylor, vorbeilaufen (hier ein Bild von ihm).

So etwas ähnliches ist mir vor Kurzem widerfahren.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich erfahren habe, dass mein Vorgesetzter mehrfacher Weltmeister im Tischfußball ist. Coole Sache, dachte ich mir und habe ihn mal darauf angesprochen. Er hat dann ein bisschen was erzählt und ich forderte spaßeshalber eine Partie gegen ihn - davon abgesehen, dass ich ab und zu auf der Arbeit in Walldorf das eine oder andere Match gezockt habe, bin ich darin ungefähr so gut wie im Hochseeangeln.

“Zufälligerweise” steht bei uns ebenfalls im Erdgeschoss ein solcher Tisch. Sogar ein richtig offizieller Wettkampftisch, den Anton (mein Chef, auch Toni genannt) besorgt hat. Mir schwante schon Übles, als er ein Gummiband für die Griffe aus der Tasche zauberte, mit der Begründung, dass man anders halt nicht mehr spielen kann, wenn man jahrelang auf höchstem Niveau mit einem Gummi die Griffigkeit verbessert hat. Zu meiner Beruhigung wusste ich, dass er nach eigener Aussage immer 1-2 Partien benötigt, um warm zu werden und hatte die Hoffnung wenigstens einen Ehrentreffer erzielen zu können.

Dummerweise waren schon ein paar Kollegen unten, die auf Anfrage natürlich gerne ein Doppel gespielt haben. Sie haben sich dann auch recht wacker geschlagen, was nicht zuletzt im unterschiedlichen Niveau zwischen mir und ihnen begründet war.

Der aufgewärmte Anton zeigte dann anschließend, wie es sich für einen echten Profi gehört, keinerlei Gnade mit mir und hat mich böse abgefertigt. Wir spielten nach eher professionellen Regeln: Natürlich kein Schrauben der Griffe; der Fünfer (die Mitte) darf keine Tore schiessen, sondern muss nach vorne passen; es wird nicht eingeworfen, sondern die Mannschaft die ein Tor kassierte, hat “Anstoss”; usw.

Obwohl das Beherrschen des Fünfers die größte Herausforderung darstellt, von der ich dummerweise am wenigsten Ahnung habe (der Rest geht doch ganz gut), habe ich es noch mit etwas Glück und einem eleganten Fernschuss geschafft, einen Ehrentreffer zu erzielen.

Trotz der erwarteten Klatsche hat es Spaß gemacht, sich mal mit einem echten Weltmeister in einer beliebigen Disziplin zu messen. Auch der Unterschied in der Spielweise war interessant und lehrreich.

Tipps:

  • Den Tormann steuern nur Anfänger. Wer dauernd eine Hand an dem Griff dort hat, so wie ich bisher, hat sich mal komplett als TISCHFUßBALL-IDIOT geoutet.
  • Wenn man mal den Tormann steuern muss, dann gleichzeitig mit der Abwehr und nur einer Hand, mit gespreizten Fingern geht das! Ausnahme ist natürlich, wenn der Gegner sich den Ball zwischen seiner Angriffsreihe hin- und herschiebt.
  • Wer mit dem Fünfer das Passen zur Angriffsreihe beherrscht, ist fast schon semi-professionell
  • Es gibt eine bestimmte Schusstechnik, die sich am Durchkurbeln orientiert; allerdings wird der Vorgang mit Druck des Handgelenks gestoppt, was sich noch im Bereich des Erlaubten bewegt. Eine der effektivsten Schusstechniken, die auch von vielen guten Spielern eingesetzt wird. Toni war leider so nicht ausrechenbar, denn der Kerl beherrscht jede Schusstechnik!
  • Die nötige Reaktionsschnelligkeit für das Verfolgen der Schussbahn des Balls kommt mit der Übung. Gute Spieler wissen genau, in welche Ecke das Spielgerät gerade gejagt wurde.

Ich gehe dann später nochmal üben, glaube ich. Ich habe da so ‘nen Kollegen in Walldorf, mit dem ich immer spiele und leider oft hauchdünn verliere. Er hat auch diese Tendenz, den Mund immer sehr voll zu nehmen. DEN WERDE ICH SO PLATT MACHEN!!!

Bekiffte Tontechniker

November 26th, 2007

Gestern war das erste Highlight seit Tagen, über dass es sich auch zu berichten lohnt. Ein Konzert in der Arena stand an, eine sehr geschichtsträchtige Location.

Auf dem Plan stand an diesem Abend Pelican, eine rein instrumentale Band die zum Label des ISIS-Frontmanns Aaron Turner gehört. Als Support, äh nein, CO-HEADLINER war High On Fire am Start. Was ich bis kurz vor Beginn nicht wusste: eine lokale Wiener Band war als Support engagiert worden. Na super, drei Bands an einem Abend kann ich generell nicht so leiden…

Jedenfalls stürmte es gestern wie verrückt und ich war recht froh, dass uns Teresas Bruder ein Auto zur Verfügung stellte, was unsere Anfahrzeit um circa 50% verkürzte.

Die Vorgruppe war dann auch recht zach (= zäh, langwierig, langweilig), wie man hier in Wien so schön sagt. Trotzdem ganz nett, und was will man auch schon erwarten. Wir waren im kleinen Saal der Arena, recht eng, stickig und sehr verraucht. Die Getränkepreise waren sehr fair (1,40€ für 0,5l Wasser, 2,40€ für Softdrinks der gleichen Größe), das Ambiente auch recht passend - richtig schön abgefucked.

Teresa und ich positionierten uns ganz hinten im Saal, neben dem Mischpult. Platz zum Jacken aufhängen, Ausgang in der Nähe, genug Platz und trotzdem gute Sicht auf die Bühne. Das einzige Problem: ich musste den Tontechnikern bei ihrer Arbeit zuschauen. Das lief ungefähr so:
Dauernd liefen da drei Personen rein und raus, und jeder durfte mal an den Knöpfchen drehen. Die einzige Konstante war das immer wieder vorkommende Drehen an den Knöpfchen und die Joints. Einer der Jungs hat sich innerhalb einer Stunde ungelogen drei Stück reingezogen! Aber war ja egal, die Typen hatten schliesslich Anleitungen in Form von Bildern auf einer Digicam, die wohl die optimale Ausrichtung der Hundertschaften von Knöpfchen beschrieben.

Naja, es klang dann besser als zu erwarten war. Problem war nur, dass es viel zu laut war und ich meinen guten Gehörschutz vergessen hatte, so dass ich auf Oropax des Clubs angewiesen war. Die zu große Lautstärke und starke Fokussierung auf den Bass verursachte also dauernd ein dumpfes Trommeln. Auch egal. Immerhin besser als taub zu werden, denn die Lautstärke ging schon verdächtig nahe in den Bereich Körperverletzung. High On Fire klangen nur monotoner als ohnehin schon und den Genuss der Songs von Pelican kann man auch so nicht trüben.

Leider also ein Abend mit Schwächen, vor allem der Sound und die drei Stunden Warterei auf Pelican in der verrauchten Luft haben mächtig genervt. Teresa war zudem sehr müde, so dass ich freundlicherweise auf die letzten 20-30 Minuten gepfiffen habe und wir früher abgezogen sind. Trotzdem hat es sich gelohnt, die Band einmal live gesehen zu haben - und es hat ja nur 12€ gekostet.

Am 7. Dezember stehen dann Die Ärzte auf dem Programm. Diesen Freitag eventuell das Kammerflimmer Kollektief im Theater, aber das entscheiden wir spontan. Trivium mit Arch Enemy und Machine Head ist mit 35€ leider nicht vom Budget her drin…

Mobilfunk

November 17th, 2007

Nur ein kurzer Eintrag. Ich wollte anmerken, wie sensationell billig die Handytarife in Österreich sind - als Deutscher könnte man meinen, man kommt in der Hinsicht aus einem Entwicklungsland. Aber nicht nur die Tarife sind günstig, auch die Werbespots sind ziemlich lustig. Hier mal eine Auswahl der aktuellen:

Die aktuellsten von One kann man leider nur in einem kleinen Fenster auf der Homepage sehen. Also auf www.one.at, dort unten rechts im kleinen Fenster (einfach mit der Maus drüber fahren).

Da ich nicht so die Plaudertasche bin, sag’ ich mal Cheers und bis die Tage.

Dirge For November

November 11th, 2007

Ich bin mir ja selbst immer wieder Rechenschaft darüber schuldig, ob ich in den letzten Wochen genug geleistet, gelernt und meine Zeit in Wien sinnvoll genutzt habe. Auch dieses Mal kann ich behaupten, weiser geworden zu sein. Folgende Erfahrung habe ich gemacht:
Wenn der gemeine Österreicher dem deutschen John Doe etwas voraus hat, dann ist es definitiv Erfahrung im Frieren. In Smalltalks ist sich der Wiener auch dieser Tatsache bewusst und lächelt gnädig über mich armen Piefke, der zu seiner Entschuldigung immer wieder vorbringt aus dem wärmsten Teil Deutschlands zu stammen.

Wie auch immer. Als anständiger Metaller, der gemäß gängigen Vorurteilen in schneebedeckten nordischen Wäldern mit seiner Axt Rehe schlachtet und mit Trollen speist, muss ich da immerhin ohne Klage durch. Und dank meiner Vermieterin habe ich in meiner Wohnung das perfekte Trainingslager. Denn die fängt nicht mit dem Heizen an, bevor das Quecksilber nicht unter der Frostgrenze liegt. Die Heizung hier ist übrigens mehr oder weniger digital. Leider. Ich bin mir sicher, wenn es analoge Anzeigen für die Heizstufen gäbe, hätten die wohl Bezeichnungen wie “Schockfrosten”, “Schneegestöber”, “Glatteis” oder “Gefrierkammer des Todes”. So sehe ich immer nur heimelige 16°C auf der Anzeige.

Wie auch immer, wer so ‘n richtig Harter sein will, der muss da durch. Und wenn ich wider Erwarten versagen sollte, habe ich ja noch lange Unterhosen im Gepäck (natürlich nur wegen meiner Niere, nicht etwa weil ich ein Weichling bin).

Themawechsel. Weniger Askese, mehr Spaß. Ich habe mir ja geschworen, dass ich den ersten Tag, an dem hier Schnee fällt, mit Bildern festhalten werde. Heute beim späten Aufstehen bot sich dafür endlich die Gelegenheit.

Blick aus dem Fenster bei Teresa Zuhause
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Verschneite Terrasse
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Sankt-Elisabeth-Platz
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Leider schon alles etwas matschig, trotzdem schön. Endlich Schnee! Sonst war die Woche etwas mau und ereignislos. Ich durfte nur den PC meiner Vermieterin wieder reparieren, nachdem die gute Frau es geschafft hat, ein frisches Linux restlos zu töten. Unglaubliche Leistung. Und mal wieder typisch für Computeranfänger, wenn ich den folgenden Dialog zitieren darf:
“Erm, wie, das ist kaputt?!”
- “Ja, es startet nicht mehr!!!!”
“Kann nicht sein, lass mal sehen.”
“Hm, was zum Henker hast du gemacht?”
- “Nichts! Ich habe nur auf Upgrade geklickt.”

Aus dem nichts wurde dann später eine ganze Reihe von Dingen, die sie fälschlicherweise doch gemacht hat, anstatt mich zu fragen. Gefühlte 342 Sicherheitsabfragen kann man ja auch getrost ignorieren! Jedenfalls hat die Aktion mir gute zwei Stunden meiner recht kostbaren Zeit geraubt. Immerhin hat mir Heidi versprochen in Zukunft mich zu fragen, wenn sie nach 10 Minuten eigenständiger Recherche nicht weiterkommt.

Ich war die Woche natürlich wieder auf Beutezug (Verpflegung kaufen) und habe es geschafft, eine Rechnung mit dem Betrag 6,66 € zu generieren. Von wegen richtiger Metaller und so, harr! Leider habe ich nicht die Möglichkeit es hier einzuscannen. Den Beleg behalte ich aber als Beweis meiner unantastbaren Trueness!

Im letzten Beitrag habe ich versprochen, Bilder von der Halloween Party nachzureichen. Teresa hat mir leider die Zustimmung verweigert, eins in ihrer putzigen Verkleidung zu zeigen. Here we go…

Teresas Bruder, im Hintergrund meine Wenigkeit
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Teresas Bruder und ein sehr guter Freund von ihm
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Wieder ihr Bruder und ich, sichtlich angesprochen von seiner Affinität für Zungen
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Zum Schluss ein bildlicher Gruß vom schönsten Paar Österreichs (Mann von heutzutage zeigt Nasenhaar)
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Cheers!

Fast vergessen…

November 2nd, 2007

Kleines Schmankerl: Die slowakische Billig-Airline SkyEurope macht momentan recht viel Print-Werbung. Dies ist eins der Plakate, die in der aktuellen Kampagne zu sehen sind.

Ich fand es ganz lustig.

Freunderlwirtschaft im Folterstaat

November 2nd, 2007

Kein Witz: Vorwürfe an Polizeibeamte, vorwiegend ausländische Staatsbürger misshandelt zu haben und ohne Sanktionen davon gekommen zu sein, brachte Österreich im Jahr 2006 einen Platz auf der Liste der Folterstaaten von amnesty international ein. In der schönen Alpenrepublik, die nach Tschechien und Deutschland den dritthöchsten Pro-Kopf-Bierkonsum, sowie die höchste Brauereidichte der Welt vorzuweisen hat, sorgt auch heuer die Polizei für Negativschlagzeigen. Eine schöne Zusammenfassung gibt es dieser Tage auf Spiegel Online. Kleiner Auszug gefällig? Gerne doch: Vetternwirtschaft, Korruption, gezielte Intervention auf Abruf ohne bürokratischen Umweg, Amtsmissbrauch und Weitergabe von Dienstgeheimnissen. Um diese Fakten mit einem Zitat aus dem erwähnten Artikel noch zu garnieren:

Im diesjährigen Korruptionsranking von Transparency International ist das Land denn auch stark zurückgestuft - derart abgestraft wurden lediglich Bakschischhochburgen wie Laos, Buthan oder Papua Neuguinea.

Man kann also wahrlich stolz auf die Leistungen der hiesigen Behörden sein. Von mir gibt es jedoch nach der Aktion mit dem Schlüssel sicher kein böses Wort zu hören. Harhar.

Die aktuelle Woche war bisher bei mir recht turbulent, weswegen meine Motivation ausführliche Einträge zu verfassen, ein wenig gelitten hat und in einer absoluten Tiefphase angelangt ist.

Was ich dennoch nicht verschweigen möchte, war der Besuch der Kunstakademie im Museumsquartier. Zwei interessante Ausstellungen sind derzeit dort zu besichtigen, welche wir uns für 9 Euro pro Person nicht entgehen ließen. Recht morbide mutet ¡Viva la Muerte! an, die den Tod in Südamerika in all seinen Facetten zu beleuchten versucht. Einen bleibenden Eindruck hinterließ vor allem die Aufarbeitung eines 30 Jahre alten Snuff-Videos, das zeigt wie reiche Weiße aus Langeweile eine Jagd auf hilflose Indios veranstalten, um deren Ohren als Trophäe ihren Sammlungen hinzuzufügen. Dies war mit Abstand das grausamste Stück der Veranstaltung und wohl mit einer der Hauptgründe dafür, dass davor gewarnt wurde mit Kindern oder sensiblen Menschen die Ausstellung zu besuchen. Ungewöhnlich war auch das Kunstwerk, dass darin bestand Seifenbläschen zu erzeugen - mit Wasser, dass einst zur Totenwäsche benutzt wurde.

Auf Anfrage kann ich ein bisschen mehr wiedergeben, nun möchte ich mich allerdings der Ausstellung widmen, die wir direkt danach besuchten: True Romance. Auch diese Veranstaltung bot interessante Kunst aus allen Bereichen. Berührend war ein Video, bzw. eher eine Diashow, in der eine Künstlerin das Intimleben ihrer besten Freunde dokumentiert. Hier gab es ebenfalls diverse explizite Szenen zu begutachten, unter anderem ein schwules Pärchen bei der Ausübung ihres variablen Sexlebens, inkl. Cumshot. Klingt womöglich für den Ein oder Anderen eklig, war aber doch sehr distanziert und man hatte nie das Gefühl, Pornographie zu sehen, sondern wirklich Kunst. Das Spektrum der Ausstellung umfasste aber auch jahrhundertealte Ölgemälde, einen Berg aus Bonbons (zum Verzehr freigegeben), Geruchseindrücke, Musik, etc etc. Es war wirklich spannend und auch kurzweilig; in guten zwei Stunden haben wir sehr viel von beiden Ausstellungen gesehen und sind ohne Reue nach Hause gegangen.

Halloween war dann ja auch noch. Ich war müde und aus vielerlei Gründen übermäßig gebeutelt, ließ mich aber dann doch überreden, zumindest für kurze Zeit, noch in ein Pub zu gehen. Nachdem der Beschluss gefasst war verkleidete sich Teresa, während ich solange auf der Couch schlief. Das Pub in das wir gingen war extrem voll, Teresas Bruder - der uns dort erwartete - ebenfalls, die Rockabilly spielende Band überraschenderweise extrem gut und die Getränke extrem rar oder schal schmeckend. Bilder kann ich hoffentlich zeitnah publizieren.

Desweiteren gibt es folgende Pläne, die sobald als möglich in die Realität umgesetzt werden sollen. Der Wichtigste: Kauf von guten (!) Joggingschuhen mit professioneller Beratung; daran anschließend eine um gefühlte 200% erhöhte Trainingsintensität.

Status meiner infrastrukturellen Situation: Meine Vermieterin liebt mich immer mehr, erst recht nachdem ihr für einige Wochen zwei nervtötende und rücksichtslose Inderinnen auf den Geist gegangen sind. Das Internet wurde trotz erhöhtem Verkehrsaufkommen nicht deaktiviert und das Geld ist zum ersten Mal etwas knapp geworden, weswegen die fälligen Investitionen in die nächsten Konzertkarten mit Bedacht durchgeführt werden.

Das soll es erstmal wieder gewesen sein. Cheers!