Servas ihr Sauproleten!
Auf Grund höherer Gewalt kam ich bisher nicht dazu einen neuen Eintrag zu verfassen. Dabei gab es ja mehr oder weniger aktuelle Themen.
Die besten Nachrichten vorweg:
- Ich habe einen Adventskalender von Teresa bekommen!!!
- Ich habe schon fast alle Weihnachtsgeschenke besorgt!
- Das Projekt läuft ganz gut soweit.
Die schlechten Nachrichten:
- Ich durfte mir nochmal das AKH (Allgemeines Krankenhaus) von innen ansehen. Ist zum Glück nichts ernstes gewesen.
- Auf meine These hin, dass ich im Hause Feucht enorm gemästet werde, wurde mir offenbart, dass ich nicht als Gast zum Weihnachtsessen eingeladen bin - sondern als Hauptgang.
Eigentlich wollte ich diesen Beitrag aber mit der Intention verfassen, mal wieder etwas Nachhilfe zu erteilen. Ich habe eine sehr interessante Entdeckung gemacht und zwar jene, dass in Österreich nicht nur am 6. Dezember der Nikolo kommt (Nikolaus von Myra, wie in Deutschland), sondern auch am 5. Dezember der Tag des Krampus ist. Eine Tradition, die mir gänzlich unbekannt war, hier in Österreich aber wohl sehr verankert und traditionell.
Der Krampus ist eine teufelsähnliche Gestalt, die immer zu mehreren mit dem Nikolaus erscheint und die Funktion des Knecht Ruprechts übernimmt. Interessanterweise wäre die Tradition fast ausgestorben, da das Verkleiden in teufelsähnlicher Gestalt eine Zeit lang mit Todesstrafe geahndet wurde, hat sich aber dennoch über die Jahrhunderte in die Neuzeit gerettet. Weiterführende Informationen aber unter oben genanntem Wikipedia Link.
Ebenfalls bemerkenswert ist das Erscheinungsbild des Nikolos. Während wir in Deutschland einen Nikolaus mit roter Zipfelmütze kennen, den die “Heute”-Zeitung als amerikanisiert verunglimpft, trägt die österreichische Version eine Mitra. Deutlich wird das vor allem im Supermarkt, denn auch die Schoko-Weihnachtsmänner schauen in Österreich anders aus.
Im Supermarkt bemerkte ich im Übrigen zum ersten Mal diesen Unterschied. Dort werden nämlich auch Schoko-Krampusse verkauft und ich musste erstmal nachfragen, wieso hier Teufel aus Schokolade verkauft werden. Unvergesslich der ungläubige Blick von Teresa, die mir mit einer Selbstverständlichkeit in der Stimme die hiesigen Traditionen erklärte, gefolgt von dem mittlerweile ach so gewohnten “habt ihr das nicht in Deutschland?”.
Nein, haben wir nicht. Wir haben ja auch nur “amerikanisierte” Nikoläuse, wie die “Heute”-Zeitung ja am 28. November schrieb. Der ganze Artikel ging ungefähr so:
DIE DEUTSCHEN KAUFEN UNS DIE WEIHNACHTSMÄNNER WEG!!!
[...] Da in Deutschland nur die amerikanisierte Version des Nikolaus mit roter Mütze verkauft wird, strömen Deutsche aus Bayern in Heerscharen in unsere Supermärkte, um die traditionelle Version mit der Mitra zu kaufen. Demzufolge sind an vielen Orten die Schoko Weihnachtsmänner ausverkauft.
Man beachte die vertraute Piefke-Phobie, an den Ton gewöhnt man sich jedoch nach einiger Zeit. Bilder vom Weihnachtsmann, den mir Teresa geschenkt hat, folgen demnächst.
Auf einem Konzert waren wir auch noch - Die Ärzte. Teresa hat die Karten schon vor Monaten mit dem Wunsch, dass ich sie begleite, gekauft. Gut, da ich nichts gegen die Band hatte und die ja auch ganz lustig sein können, bin ich also mit. Das Konzert war in der Stadthalle, Fassungsvermögen: mehrere Tausend. Die Schlangen vor dem Eingang waren riesig, aber der Einlass gut durchorganisiert und so ging es geordnet (in Maßstäben der anwesenden Punks sicher fast schon faschistisch) und schnell voran. Körperkontrolle wie auf einem Festival, man gönnt sich ja sonst keine Nähe. Die Preise allerdings waren unverschämt. Ich dürfte für drei Becher Wasser so um die 15€ gezahlt haben - wer die Band und ihre Einstellung kennt, kann sich auch denken, dass hier der Veranstalter ordentlich die Hand aufgehalten hat. Teresas Bruder und eine Freundin von ihr sind ebenfalls mit uns auf das Konzert gegangen.
Bela, Farin und Rod haben dann erstmal eine Vorband auf die Bühne geschickt, die routinierten 50er Jahre Funk zelebrierte und ganz nett anzuhören war. Es zeichnete sich aber dort schon ab, dass das Konzert hoffnungslos überfüllt sein würde. Nachdem ich sowieso nichts mehr gesehen habe, war ich die erste halbe Stunde damit beschäftigt, niemanden auf meinen Füßen stehen zu haben. Körperkontakt ließ sich bei diesem Gedränge eh nicht vermeiden. Wer mich etwas kennt, weiss, dass diese Art von Konzertgenuss bei mir verhasst ist und demzufolge verging mir auch ziemlich schnell die Lust. Da wir aber wegen Teresa dort waren, ertrug ich es stillschweigend und mit eisiger Miene, während das asoziale Partyvolk um mich herum noch enger zusammen rückte.
Nach einer Weile sind wir dann doch noch aus dem Pulk raus und schauten uns das Konzert aus sicherer Entfernung an. Teresa ging später nochmal vor, um ein paar Minuten mit ihrem Bruder zu feiern. Was ich nicht wusste - sonst wäre ich mitgekommen und hätte der ganzen Geschichte noch einmal eine Chance gegeben - war, dass die ganzen bekackten Kinder mittlerweile von ihrer ersten halben Stunde Gas geben zusammengebrochen sind und sich die vorderen Reihen enorm lichteten. Es war also soviel Platz da, wie schon am Anfang hätte da sein sollen.
Wie gesagt, die Band war nett (Spielzeit der Ärzte: drei Stunden!), Sound war gut, Location und Publikum beschissen. Da ein Konzerterlebnis aber bis zu einem gewissen Grad leider auch von den restlichen Zuschauern abhängig ist, bin ich nicht enttäuscht, aber auch nicht glücklich nach Hause gegangen. Mir tat es nur leid für Teresa, der ich einen besseren Abend gewünscht hätte.
In diesem Sinne,
hosts mi? (verstehst/kannst du mir folgen?)